Nicht überall ist eine angenehme Raumakustik einfach so gegeben. Auch wenn in Räumen des Alltags die Raumakustik bereits in der Bauphase in die Planung einbezogen wird, hat sie in der Vergangenheit schon einmal einen höheren Stellenwert in der Architektur genossen.

Besonders hallig klang es auch in den ISF-Räumlichkeiten, die als Seminarraum oder Vortragssaal genutzt werden. Sie wurden in diesem Jahr von der Forschungsgruppe "Psychoakustik und experimentelle Audiologie" auf ihren Bestimmungszweck optimiert und gestern fertiggestellt. Um die Sprachverständlichkeit zu steigern, plante das Team eine räumliche Verteilung von feuerfestem Absorbermaterial, welches den störenden Nachhall gegenüber dem Direktschall und den frühen Reflexionen möglichst gut für alle Hörpositionen reduzieren soll. Schallabsorber bestehen meist aus offenporigem Schaumstoff, der die Schallwellen in sich eindringen lässt und dabei ihre Intensität schwächt bzw. ihre Energie in Reibung sprich Wärme umwandelt. Die Installation sollte gleichzeitig ein optisch ansprechendes Gesamtbild ergeben - leichter gesagt als getan. Immerhin verhält es sich bei der Montage ähnlich dem Fliesenverlegen in einem Badezimmer. Die Räumlichkeit muss genau vermessen werden um die richtige Anzahl an Absorbern zu bestellen, die man dann schließlich (Hals) über Kopf an die Decke kleben und bei Hindernissen zurechtschneiden muss. Für die akrobatische und akribisch durchgeführte Arbeit bedanken wir uns bei Michael, Patrick, Piotr, Robert und Valerian. Unsere Veranstaltungen sind jetzt noch verständlicher und hörenswerter.