Wir freuen uns auf die neuesten Ergebnisse unserer Forschungsgruppe Psychoakustik und Experimentelle Audiologie und der Kooperationspartner (Boston University, Carnegie Mellon University und University of Iowa) hinzuweisen. Sie zeigen, dass im Alltag Hörer Zugang zu mehreren, teilweise redundanten akustischen Merkmalen haben, um auf die Position von Schallquellen in der Umgebung schließen zu können. In den meisten früheren Studien, insbesondere auf dem Gebiet der Neurowissenschaften (einschließlich einiger unserer), wurden jedoch stark vereinfachte räumliche akustische Merkmale verwendet, um die zugrunde liegenden Mechanismen der selektiven Aufmerksamkeit zu untersuchen. Dies scheint auf die einfache Implementierung und die Annahme zurückzuführen zu sein, dass die vereinfachten Merkmale kognitive Netzwerke effektiv einbinden müssen, da die Zuhörer diese Merkmale verwenden können, um in räumlichen Aufmerksamkeitsaufgaben gute Ergebnisse zu erzielen. Mit dieser Arbeit liefern wir neuronale Evidenz für die negativen Auswirkungen von vereinfachten akustischen räumlichen Merkmalen auf die selektive Aufmerksamkeitskontrolle. Wir kontrastierten neuronale Antworten der Aufmerksamkeitskontrolle mit reichhaltigen, individualisierten versus vereinfachten räumlichen Merkmalen und stellten fest, dass sowohl vorbereitende oszillatorische (Alpha-Aktivität) als auch früh evozierte (P1) kortikale Antworten bei vereinfachten Merkmalen geschwächt sind oder sogar fehlen. Interessanterweise schienen später hervorgerufene (N1) kortikale Antworten vom Realismus der räumlichen Merkmale unberührt zu bleiben, was zukünftige Fragen zu frühen Kompensationsprozessen aufwirft. Noch wichtiger ist, dass unsere Ergebnisse zeigen, dass das Feld wahrscheinlich die neuronale Aktivität im Zusammenhang mit räumlicher auditiver Aufmerksamkeit unterschätzt.
 
Um weitere Informationen zu erhalten, klicken Sie vor dem 29. Oktober 2019 auf den folgenden Link, um freien Zugang zu unserem Artikel mit dem Titel: "Impoverished auditory cues limit engagement of brain networks controlling spatial selective attention" zu haben: https://authors.elsevier.com/a/1ZiJd3lc~r74AY.