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Unter dem Motto „Lärm ist unerhört“ öffnete am 27.4.2016 das Institut für Schallforschung der ÖAW anlässlich des "19. Internationalen Tags gegen Lärm" seine Türen. In Kooperation mit dem Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien sowie dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und dem Umweltbundesamt veranstaltete das Institut einen abwechslungsreichen und informativen Aktionstag zum Thema Lärm und Hören.

In zahlreichen Stationen wurde das Thema Lärm – seine Ausbreitung, Entstehung, Wahrnehmung und Reduktion – präsentiert. Die Gefährdung durch fremde Einflüsse wie Verkehrslärm oder selbstproduzierte Geräuschkulissen durch Sprache und Musik wurden ebenso thematisiert wie auch die Problematik halliger Räume und mögliche Verbesserungen. Spezielle Stationen erläuterten die Auswirkungen von Beeinträchtigungen des Gehörs, die subjektiven Bewertungen von Lärmreduktionsmaßnahmen sowie die Funktionsweise passiver oder aktiver Lärmschutzelemente.

Durch den Besuch mehrerer Schulklassen konnte auch dem jüngeren Publikum das Thema anhand von computerunterstützten Simulationen, Hörbeispielen und Animationen anschaulich näher gebracht werden.

     

 

Research assistant position at the Acoustics Research Institute in Vienna

The Acoustics Research Institute of the Austrian Academy of Sciences invites applications for a 75% time research position in acoustic phonetics. The successful candidate must hold an M.A. in Phonetics, in linguistics, or in a related discipline. He or she will contribute to the project “Vowel and consonant quantity in Southern German varieties” granted by DFG, FWF, and SNF. The Austrian part of the project investigates the production and perception of vowel and consonant timing relations in Standard Austrian German and in the Viennese dialect. In addition to his or her qualification in phonetics, the successful applicant is expected to show experience in audio-analysis software, knowledge in statistics (R), and willingness to work closely together with the project partners in Munich and Zurich. Also, the successful candidate will be ready to cooperate with the other working groups of the institute.

The Acoustics Research Institute is an interdisciplinary research institution of the Austrian Academy of Sciences. A multidisciplinary approach is necessary for frontier research in acoustics. The Acoustics Research Institute undertakes top-level research in psychoacoustics and experimental audiology, acoustic phonetics, computational acoustics, and mathematics and signal processing. The close interaction between the working groups at the institute allow innovative research approaches based on the synergy effects of multidisciplinary research as well as concepts that stimulate the individual research fields. ARI employs approximately 35 academic, technical, and administrative staff.

The post is available from June, 1st 2016 until May, 31st 2019. The salary will be EUR 28,631.40 a year according to the personal cost rates of the FWF.

Applicants are expected to submit a letter of application expressing their qualifications required for the tasks specified above, their curriculum vitae, their certificates, and two references with contact data until April 15th, 2016 to:

Acoustics Research Institute
Austrian Academy of Sciences
Wohllebengasse 12-14
1040 Wien
Austria

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Please note also the common advertisement of the three project partners (in German):

ForschungsassistentIn am Institut für Schallforschung in Wien

In einem trinationalen D-A-CH-Projekt zum Thema „Typologie der Vokal- und Konsonantenquantität in süddeutschen Varietäten: akustische, auditive und artikulatorische Analysen erwachsener und kindlicher Sprecher“ sind drei Doktorandenstellen ausgeschrieben. 

Das Forschungsprojekt ist am Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung der LMU München (Dr. Felicitas Kleber), am Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien (PD Dr. Sylvia Moosmüller) und am Phonetischen Laboratorium der Universität Zürich (Prof. Dr. Stephan Schmid) angesiedelt und wird von der DFG, dem FWF und dem SNF gefördert. Ziel des Projektes ist es, mithilfe einer großangelegten cross-linguistischen Apparent-Time-Studie interne und externe Faktoren in der Stabilität von Quantität in süddeutschen Varietäten zu untersuchen und bei der Modellierung prosodischer Lautwandelprozesse auch die Herausbildung nationaler Standards und die synchrone Variation im Spracherwerb zu berücksichtigen.

Die ForscherInnen arbeiten in einem zehnköpfigen Team an einem der drei Institute und übernehmen insbesondere folgende Aufgaben:

• Erhebung und Analysen von Sprachdaten, 
• Erstellung, Durchführung und Analyse von Perzeptionsexperimenten, 
• Koordination der Datenerhebung,
• Vorbereitung projektbezogener Publikationen für (inter)nationale Zeitschriften,
• Präsentationen auf nationalen und internationalen Konferenzen
• Verfassen einer Dissertation innerhalb des Projektthemas.

Der Fokus der Arbeit liegt jeweils auf den Varietäten, die im Umkreis der Institute gesprochen werden. Die in München angesiedelte Stelle setzt des Weiteren einen Fokus auf die Analyse der Artikulations-Akustik-Beziehung mithilfe elektromagnetischer Artikulographie. Die Dissertationsprojekte erfolgen innerhalb des Projektthemas.

Anforderungsprofil

• sehr guter Abschluss in Phonetik, Linguistik oder einem verwandten Fach,
• Statistikkenntnisse,
• wenn möglich Kenntnisse der praat-Software und R-Programmiersprache, 
• Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau,
• sehr gute Englischkenntnisse.

Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. BewerberInnen mit einer Schwerbehinderung oder dieser gleichgestellten Behinderung werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt. 

Für Details folgen Sie bitte den Links zu den institutsbezogenen Ausschreibungen. Bitte senden Sie ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Kopien der Zeugnisse, zwei Referenzschreiben) für die o.g. Stelle bis 15.04.2016 an PD Dr. Sylvia Moosmüller.

Stellenausschreibung der Projektpartner in Zürich: 

http://www.jobs.uzh.ch/jobDetail.php?jobID=6705

Stellenausschreibung der Projektpartner in München:

http://www.phonetik.uni-muenchen.de/institut/stellenangebote/dach_phd.html

 

 

Gut 3 Tage und 18. Stunden dauert es noch bis zum Start des 33. Vienna City Marathon am kommenden Sonntag, den 10. April. Unser achtköpfiges Team trainiert schon seit Wochen um für den Staffellauf fit zu sein. Mit ihrer Teilnahme möchten Sie auch auf ihren Aktionstag anlässlich des Internationalen Tags gegen Lärm am 27. April 2016 aufmerksam machen. An diesem Tag öffnen die ÖAW-Schallforscher/innen auch heuer wieder ihr Institut um Jugendlichen und Erwachsenen das Thema Lärm näher zu bringen. Zahlreiche Stationen laden zu spielerischer Auseinandersetzung und wissenschaftlicher Information. Schautafeln, computerunterstützte Simulationen, Hörbeispiele und Animationen bieten ein abwechslungreiches Programm. Die Wissenschaftler/innen des Institut stehen Interessierten in direktem Kontakt zur Verfügung.

       

Software specialists around the project Oculus Rift refer to ARI HRTF Database when they discuss in their forum problems like localizing sounds in three dimensions and spatialization. Please read more about it here.

In der Web Reihe "Institute und Forschung" der ÖAW wird über das Projekt LARS und seinem Leiter Christian Kasess berichtet. Lesen hier nach wie der bildlich gesprochene Spagat gelingen soll, die Rumpelstreifen auf Österreichs Straßen derart zu verändern, dass die warnende Wirkung für den Fahrer durch Vibrationen beibehalten wird, sich jedoch Anrainer nicht über den Lärm dabei ärgern.

In der ÖAW-Webreihe "Young Academics" geht es diesmal um Robert Baumgartner und um sein demnächst startendes Projekt "SpExCue". Lesen Sie hier nach was es benötigt, um eine natürliche Distanzwahrnehmung bei Kopfhörer- oder Hörgerätewiedergabe möglich zu machen.

Auf den ersten Blick mag es verblüffend erscheinen, eine Partitur in der Musik mit der Beschreibung von Zuständen in der Quantenmechanik in Verbindung bringen zu wollen. Für Mathematiker allerdings steht hinter beidem derselbe Gesichtspunkt mit einem gemeinsamen philosophischen Ansatz: Beides erfordert die Überwindung des Prinzips der Unschärfe.

Vielleicht hatte Mozart von Mathematik nicht so viel Ahnung wie Boltzmann. Dennoch, die mit Bachs Werken zu allgemeiner Bedeutung gelangte temperierte Stimmung hat überraschende Zusammenhänge mit dem von Heisenberg entwickelten Phasenraum in der Quantenmechanik.

Das Prinzip der Unschärfe in der Quantenmechanik besagt, dass es unmöglich ist, gleichzeitig die Position und den Impuls etwa eines Elektrons zu bestimmen. Diese Aussage mag etwas lebensfremd erscheinen, da die Mehrheit von uns noch nie ein Elektron gesehen hat. Dank dem mathematischen Modell kann jedoch das Prinzip der Unschärfe einfach in der Sprache der Akustik formuliert werden: Es ist unmöglich, eine Frequenz augenblicklich zu erkennen. Diese Aussage wird etwas klarer, wenn man sich vor Augen hält, dass ein punktueller Auszug eines Musikstückes nichts über dessen musikalische Gesamtheit aussagen kann. Offenbar müssen wir ein Lied einige Augenblicke lang hören, um zumindest die Frequenz der Wellen wiederzuerkennen, die wir als Melodie hören.

Diese Analogie zwischen Musik und Physik inspirierte Daniel Abreu und Peter Balazs, beides Mathematiker am Institut für Schallforschung, Wien (ÖAW). Sie fanden, dass dieselben mathematischen Grundlagen, die sie in der Akustik für die gleichzeitge Verarbeitung mehrerer Audiosignale verwenden, erfolgreich dazu eingesetzt werden könnten, in der Quantenmechanik Modelle aus Elektronen mit verschiedenen Schichten zu behandeln. Diese Idee verfolgend schlossen sie sich mit zwei Experten der mathematischen Aspekte der Quantenmechanik zusammen, Maurice de Gosson (Universität Wien) und Zouhair Mouayn (Beni Mellal, Marokko).

Das wissenschaftliche Interesse der Quantenmechanik an den unterschiedlichen Schichten von Elektronen hat kürzlich einen Aufwind durch die Endeckung von Nanomaterialien wie Graphen erfahren, wo sich Elektronen oftmals in mehreren Schichten, den so genannten Landau Niveaus anhäufen. Dies führt zu einem makroskopischen Phänomen, dem Quantum-Hall-Effekt, einer Entdeckung, die Klaus von Klitzing den Nobelpreis einbrachte. Wie auch in vielen akustischen Modellen, etwa jenem zur Stimmübertragung in unseren Handys, ist es das Ziel, das übermittelte Signal in mehreren, voneinander trennbaren Schichten zu speichern, sodass diese später wieder zergliedert werden können.

Das kürzlich erschienene Paper „Discrete coherent states for higher Landau Levels“, veröffentlicht im Journal Annals of Physics, beschreibt die ersten Forschungsergebnisse des Teams. In dem Paper wird ein Formalismus für die Erforschung der mehrschichtigen Quantenmechanik entwickelt. Er bedient sich der Zeit-Frequenz-Analyse und der Wavelets, also der Werkzeuge, die Akustikforscher zur Analyse von Sprache und musikalischen Signalen einsetzen.

Dieser Formalismus kann sowohl in der Akustik als auch in experimentellen und theoretischen Studien zur Problematik des wechselwirkenden Elektrons eingesetzt werden.

 

Congratulation: Robert Baumgartner receives the Award of Excellence of the BMWFW for his thesis: Modeling sound localization in sagittal planes for human listeners
This award amounts to EUR 3.000. Up to 40 PhD students per year (i.e., about 2% of Austrian PhDs) receive this prestigious award. Nominations come from all Austrian universities.

 

Sílvia Barbeiro is currently visiting the Acoustics Research Institute (ARI). Her research interests are in numerical analysis and computational mathematics, including modeling and the development and analysis of numerical methods for partial differential equations and integro-differential equations. The main applications driving her recent research are in the fields of electromagnetic wave propagation and image denoising. The aim of her visit at the Acoustics Research Institute to develop collaborative work with members of the group Mathematics and Signal Processing in Acoustics, namely in the field of image processing, taking advantage of the affinities in certain characteristics of the fields of interest.

Anfang Oktober startete das von der Stadt Wien geförderte Projekt „ Die österreichische Standardaussprache Wiens in Kontakt mit der deutschen Standardaussprache“ am Institut für Schallforschung der ÖAW. Sylvia Moosmüller, Gruppenleiterin der akustischen Phonetik, untersucht die Einflüsse der bundesdeutschen Standardaussprache auf das österreichische Deutsch in Wien.

Insbesondere der Einfluss der deutschen Aussprache auf die österreichische interessiert Sie dabei. Sie untersucht daher mittels Sprachaufnahmen, ob möglicherweise ein Sprachwandel gerade vor unseren Ohren stattfindet. Rudolf de Cillia (Universität Wien, Institut für Sprachwissenschaft) und seine Arbeitsgruppe konnten bereits wesentliche Einflüsse deutscher lexikalischer Ausdrücke (wie z.b. tschüß, der Junge, eine E-Mail) auf österreichische SchülerInnen feststellen. 

Sie nimmt an, dass für die Veränderung der Aussprache auch maßgeblich der Zuzug deutscher StaatsbürgerInnen verantwortlich ist, während der Einfluss der deutschen Aussprache in Medien, die in unserem Nachbarland produziert bzw. synchronisiert wurden und seit langem in Österreich konsumiert werden, als geringer einzustufen ist als üblicherweise angenommen. 

Dass der Kontakt mit Personen aus Deutschland bei der Veränderung der Aussprache eine wesentliche Rolle spielt, hat Moosmüller bereits in Voruntersuchungen festgestellt. Wesentlicher auslösender Faktor ist dabei das höhere Prestige der deutschen Standardaussprache. Daher werden in diesem Projekt mehrere Personengruppen untersucht, die einen unterschiedlich häufigen Kontakt mit SprecherInnen aus Deutschland haben (von deutsch-österreichischen Paaren bis zu Personen, die kaum Kontakt mit SprecherInnen aus Deutschland haben).

Das österreichische Deutsch ist aktuell auch im Fokus der Politik. Bildungsministerin Heinisch Hosek engagiert sich stark für das Thema „österreichisches Deutsch als Unterrichtssprache“.  Ob das in Wien künftig eine Standardsprache mit bundesdeutschen Einfluss sein wird, hängt wohl vom Sprachwandel und seinen Einflussfaktoren ab. Insgesamt gibt es aktuell 51.561 WienerInnen mit deutscher Herkunft (Stand: 1. Jänner 2014, Quelle: Abteilung Wirtschaft, Arbeit und Statistik (MA 23)).